Was macht ein Trendprodukt aus?

Der Begriff Trend kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnet eine Tendenz zu kreiseln und damit die Bewegung, die geeignet ist, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Trends sind auch nach dem Verständnis der Soziologie vielfältige Ausdrücke des Zeitgeists und die Wissenschaft der Trendforschung kämpft mit der Vielschichtigkeit des Begriffs. Trendforschung ist somit das Instrument der Beschreibung von Strömungen und Veränderungen in allen relevanten Bereichen der Gesellschaft. Ziel ist es, von der Beschreibung von Trends zu nachvollziehbaren Aussagen über die zukünftige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft zu kommen.

Trends sind also beobachtbar aber nicht unbedingt direkt messbar. So werden relativ plötzlich bestimmte neuartige Produkte im Kommunikationsprozess der Gesellschaft virulent, ohne das man direkt den volkswirtschaftlichen Effekt mit Daten und Zahlen ablesen kann. So war es zum Beispiel lange Zeit üblich, sich viel über Mobilphons Gedanken zu machen, ohne dass es zu einer messbaren Steigerung der Absatzzahlen kam. Später, als man dann von “Handys” sprach, wurden deren Verkaufszahlen merklich besser, doch im Kommunikationsprozess waren andere Produkte im Trend. Hersteller die rechtzeitig den Trend erkannten, konnten mit dem neuartigen Trendprodukt unter neuer Bezeichnung deutliche Erfolge vorweisen.

Trends kündigen also – lang vor dem wirtschaftlichen Erfolg – das Wahrnehmen von neuen Entwicklungen an, in dem man im Kommunikationsprozess einer Gesellschaft bestimmte Themen und Szenarien stärker focusiert. Ein Trend ist also eine neue Auffassung in Wirtschaft, Gesellschaft oder Technologie, die darauf hindeutet, dass es eine neue Bewegung oder Marschrichtung in den jeweiligen Teilbereichen des Zusammenlebens geben könnte. Trendprodukte werden nach einer gewissen Zeit Ausdruck dieses Veränderungsprozesses. Mit Trendprodukten zeigt der Konsument oder Nutzer auf, dass er die Zeichen der Zeit verstanden hat und nun mit dem neuen Produkt den Zeiten vorauseilt und schon die Zukunft antizipiert hat.

Produzenten, die mit Trendprodukten Erfolg haben wollen, müssen also im innovativen Kommunikationsprozess der Gesellschaft tief verankert sein. Sie nehmen neue Themen wahr und versuchen daraus, neue Ideen für Produkte und Dienstleistungen zu generieren, die es bisher noch nicht auf dem Markt gibt.

An einen Beispiel aus dem Feld der Produkte für Computer und Internet kann man deutlich machen, wie ein solcher Trendfindungs- und Trendgestaltungsprozess verlaufen kann. Bis vor wenigen Jahren, waren beispielsweise Laptop oder Notebooks nur Arbeitsmittel für Manager, die viel an unterschiedlichen Standorten unterwegs waren. Die Geräte waren unhandlich und wegen des hohen Stromverbrauchs auch kaum mobil einsetzbar.

Im Diskussionsprozess der Szene kam vor etwa zwei Jahren der Wunsch nach verstärkter Nutzung kleiner und flexibler Notebooks auf, die auch für die Praxis taugen. Während bis zu diesem Zeitpunkt die zunehmende Ausweitung der Hardwareanforderungen bestimmend waren, kamen einige Hersteller auf den Gedanken, mit kleineren Modellen sich vom Rest der Anbieter abzusetzen und mit dem Begriff “Netbook” einen neuen Trend zu setzen. Es war zunächst nur der schmale Eee-PC, der hier Beachtung fand, doch sein Erfolg zwang die anderen Hersteller schnell nachzuziehen. Nun ist ein quasi neues Produkt als Trend entstanden und jeder, der was auf sich hält, fühlt sich verpflichtet einen Netbook sein eigen zu nennen und ihn im Kommunikationsprozess beiläufig zu präsentieren.

Trendprodukte sind also neu oder neuartige Produkte, die in innovativer Weise Trends im Kommunikationsprozess aufgreifen.