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Ferngesteuerte Minihubschrauber

Montag, 15. Juni 2009

Noch vor wenigen Jahren waren ferngesteuerte Hubschrauber etwas für Profis mit viel Geld, Geduld und Erfahrung. Einsteigermodelle gab es so gut wie nicht, und die ersten relativ kleinen Helikopter waren keine ernstzunehmenden Modelle, weil sie nicht wirklich zu steuern waren.

Doch vor zwei Jahren änderte sich das mit dem Aufkommen von Minihubschraubern der Firma Silverlit. Damals der kleinste ferngesteuerte Hubschrauber der Welt, war der Picoo sofort ein Verkaufsschlager. Durch die Fortschritte in der Akkuentwicklung war es möglich, leichte Lithium-Polymerakkus zu einem vernünftigen Preis in ein kleines Modell zu integrieren, das für den Betrieb in geschlossenen Räumen ausgelegt ist. Durch die Verwendung von sehr leichten aufgeschäumten Materialien wiegt das Modell nur wenig mehr als zehn Gramm. Die Steuerung erfolgt nicht über Funk, sondern über einen mitgelieferten Infrarotsender, der gleichzeitig als Ladestation dient.

Die Flugzeit beträgt zwar nur zwischen zehn und fünfzehn Minuten pro Ladung, aber der Spielspaß gleicht das aus. Der robuste Rumpf verzeiht Abstürze, die vor allem bei Anfängern nicht ausbleiben. Die ersten Modelle verfügten nur über eine 2-Kanal-Steuerung, also nach oben/unten und der Ausgleich des Drehmoments mit dem Heckrotor. Ein echtes Vorwärts- oder Rückwärtsfliegen ist nicht möglich, sondern muss durch geschicktes “Pendeln” mit dem Heckrotor erfolgen. Die Trimmung bereitet bisweilen Schwierigkeiten, und manch Benutzer verzweifelt ganz, weil aus irgendwelchen Gründen das Modell nicht flugfähig ist. Im Internet hat sich allerdings eine große Fangemeinde gebildet, die mit hilfreichen Tricks helfen kann. Auch bemerkenswerte Umbauten finden sich in den Foren.

Die Konkurrenz schlief natürlich nicht, und inzwischen gibt es zahlreiche Hersteller mit ähnlichen Modellen. Obwohl sie sich optisch alle ähneln, gibt es Unterschiede in der Akkulaufleistung und der Qualität des Produktes.

Mittlerweile ist die Entwicklung schnell vorangeschritten. War es gestern noch absolut cool, einen kleinen Hubschrauber zu besitzen, muss heute schon eine Drei- oder Vierkanalsteuerung inklusive sein. Diese Modelle können beinahe völlig realistisch gesteuert werden, sowohl vorwärts, rückwärts, seitwärts und Stillstand in der Luft inklusive. Je ausgefeilter die Steuerung, desto schwieriger die Kontrolle. Wie bei echten Hubschraubern ist die Kontrolle einer Maschine im Flug nicht einfach und erfordert etwas Training, weswegen diese Modelle nicht unbedingt als Kinderspielzeug geeignet sind. Mit gewissen Verlusten an Nerven und Material muss gerechnet werden, denn nicht jeder Absturz geht glimpflich ab. Werden sensible Teile wie Rotor oder Welle beschädigt, hilft meist nur ein Austausch. Doch auch dafür gibt es mittlerweile einschlägige Ersatzteilhändler.

Dass der Urheber der Kleinhubschrauber die Konkurrenz wieder übertrumpfen will, ist klar. Inzwischen hat Silverlit nachgelegt und mit einem zweirotorigen “Bananenhubschrauber” ein weiteres interessantes Modell geschaffen, sowie den Titel des kleinsten Hubschraubers mit einer verkleinerten Version des Picoo zurückerobert. Sicher ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, und aufgrund der relativ günstigen Anschaffungspreise wird das Trendprodukt Zimmerhubschrauber wahrscheinlich noch sehr viel populärer werden.